Ohne Titel

War zur Untersuchung wegen meiner Lunge, dass dabei etwas rauskommt, glaube ich nicht. Die Befundung im Allgemeinen ist nicht zufriedenstellend. Die Lunge ist im Arsch und das Wasser in der Lunge kommt von meinem Herz. Geschädigtes Lungengewebe wird sich nicht wieder heilen lassen, es ist unwiderruflich kaputt. Die Krankheit ist nicht heilbar, es kann nur durch Medikamente aufgehalten oder der Fortschritt verlangsamt werden.

Sozusagen und so sehe ich es, läuft meine Zeit langsam ab.

Wie lange es so bleibt wie es ist, keine Ahnung und das kann dir auch kein Arzt sagen. Es kann noch lange gut gehen, es kann aber stufen weise schlimmer werden. Eben eine nicht überschaubare Sache. Da nutzt kein Jammern und Klagen und wenn es so ist, so soll es ebenso sein. Ich bin eigentlich gelassen und sehe der Geschichte in aller Ruhe entgegen.

Aber das sind nicht die einzigen Probleme, die ich habe und eigentlich habe ich niemand dem ich das eine oder andere sagen oder besser anvertrauen könnte. Manche Sachen sind eben nicht so leicht ansprechbar. Da bewundere ich dich, du hast viele Freunde und kannst mit vielen Reden. Das hat sich bei mir nach dem Ausscheiden von meiner alten Firma geändert und ich habe auch viel schleifen lassen. Heute ist es schwer Menschen in deiner Nähe zu finden und vor allem Menschen zu finde dem man Voll und ganz vertrauen kann, die mit einem durch dick und dünn gehen und Pferdestellen.

Was waren das noch Zeiten, als Siegfried denn ich aus der 1. Klasse (1964) her kannte und die Freundschaft bestand, bis zu dem Tag als er 1977 ohne Vorankündigung aus Lünen verschwand und seither nie wieder gesehen wurde! Mein Cousin Uwe, der mir viel bedeutet und sehr viel für mich im Leben (1980) getan hat. Wobei wir uns gemeinsam sehr viel zu verdanken hatten, der sich dann aber 1993 aus dem Leben schlich und ich es nicht verhindern konnte. Und mir die Teilnahme an seiner Beerdigung verboten wurde. Warum das weiß ich bis heute nicht und ich werde es auch nie mehr erfahren.

Siegfried Neumann, der seit 1983 anfangs nur ein guter Bekannter war, weil Meister bei meiner Firma, der nachher ein guter Freund wurde und 1996 an Bauchspeicheldrüsen-krebs verstarb. 13 Jahre und dann war er weg. Und ich komme ausgerechnet nach langer Zeit, an einen Tag zu ihm und wollte ihn besuchen.

Es war der Tag seiner Beerdigung.

Jetzt wo ich es mal so beschreibe, fällt es mir auf. Es waren immer 13 Jahre und dann waren sie alle weg!

Komisch, auf einmal kommen Dinge hoch und sie werden einem so Wichtig. Man fängt an abzuschließen, man denkt oft an das Zurück, was man heute genau jetzt am liebsten wieder um sich hätte. Sozusagen, stilles Abschied nehmen?

Soviel Probleme erdrücken und machen aus einem Menschen einem unzufriedenen Tyrannen.

Aber was soll es, ich werde die Zeit, wobei ich nicht weiß wie lange noch, so nehme und gestalten, dass ich am Ende mir sagen kann,

„Egal wie Scheiße mein Leben auch war, schön war es doch!“

Ich weiß und du sagst es ja selber, dass du unsensibel bist und vielleicht verstehst du, dass alles hier auch nicht so, wie ich es versuche zu vermitteln. Ist nicht schlimm, mir ging es nur darum das Mal auszusagen.

Jetzt geht es mir schon etwas besser.

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