Wenn ein Tierarzt ein Tier falsch behandelt

Das ein Tierarzt ein Tier falsch behandelt, das kann vorkommen und schön ist es, wenn es
rechtzeitig erkannt und umgeschwenkt wird. Vor allem, wenn dann der Tierarzt seinen
Fehler einsieht und zugibt.

So haben wir sogar einen Tierarzt aus Bochum/Wattenscheid-Eppendorf wegen
Falschbehandlung verklagt.

Es ging um unsere Perserkatze Salomé, die tagelang nicht abführen konnte. Sie jammerte
immer laut und stampfte beim Versuch den Darm zu entleeren, mit ihren Hinterpfoten in
das Katzenstreu. Man sah ihr die Anstrengung an und man litt mit, wenn sie uns dabei Hilfe suchend ansah und sich quälte.

Hier liegt sie für sich allein, leidend.

Wir haben sie zum Tierarzt gefahren und ihm die Situation geschildert, aber er meine sie
kann abführen. Nächsten Tag und übernächsten wieder hin, wieder ohne Reaktion und ab
nach Hause. Das Leid wurde schlimmer und wir hilfloser, weil wir diesem Tierarzt der uns
Jahrelang die Perser versorgt hat, vertraut haben.

Nicht nachvollziebar, welche schmerzen Salomé ertragen haben muss!

Dann wurde es am Osterwochenende doch zu viel, als wir sahen, das Salome auf den
Vorderpfoten stehend, den Popo in der Luft haltend, die Hinterpfoten nach vorn gestreckt,
durch das Wohnzimmer zog und dabei jämmerliche weinte.

Ab zum tierärztlichen Notarzt und der stellte fest, Salomé kann nicht abführen. Sofort ein
Röntgenbild, was das bestätigte und ein Einlauf der Abhilfe schaffen sollte, der war
vergeblich.

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Salomé musste am selben Abend noch Notoperiert werden. Die Hoffnung, dass sie das
übersteht, war sehr gering. Wir stimmten einer OP sofort zu. Es bestand die Hoffnung, dass das Tier wieder in Ordnung kommt und wir noch viel Tage was davon haben. Oder eben, dass die Kleine sich nicht weiter quälen muss und sie in Narkose von uns geht. Eine halbe Nacht bangten wir und dann kam nachts der Anruf vom Tierarzt. Salomé hat es überstanden. Die OP verlief soweit gut, sie müsse aber noch 2 Tage dort zur Überwachung bleiben.

Sie würde wieder gesund! Und darauf kam es uns auch an. Salomé dankte es uns bis zu ihrem letzten Tag.

Nach den Feiertagen (Ostern) haben wir einen Anwalt aufgesucht und den Arzt verklagt. Er wurde verurteilt die Hälfte der Kosten zu erstatten. Dabei hätte er mehr verdient, dafür das er das Tier tagelang leiden lassen hat und ohne richtige Untersuchung Diagnosen
ausgegeben hat die das Tier fast nicht überlebt hat.

Auf alle Fälle werden wir diesen Tierarzt am Thie, nicht weiterempfehlen. Es kommen uns
heute und jetzt, berechtigte Zweifel, ob der überhaupt einen Plan hat, wie er Tiere richtig
und fachgerecht behandeln muss.

Er hat nicht einmal eine 30 cm mit einer Breite von 7 cm hochgradigen Verstopfung ertasten können, wobei der Kot hart und fest war? 

Erst eine 60 minütige Entleerung und Spülung in Narkose waren notwendig um das Tier davon zu befreien. 

Und dann die lächerliche und kuriose aussage, die er auf 3 Seiten gemacht hat zur Sache. Hier nur Punktuell, weil soviel lächerlichkeit und Fachblödsinn, nicht voll angezeigt werden kann.

***

Absatz 1 – Seite 1  –  Der mit der beabsichtigten Klage geltend gemachte Schadensersatzanspruch wird dem Grunde und der Höhe nach bestritten. Der Antragsgegner hat die Katze der Antragstellerin nicht fehlerhaft behandelt.

Absatz 2 – Seite 1  –  Die angegebenen Behandlungsdaten sind zutreffend, wobei allerdings die Erstbehandlung am 26.03.2015 (nicht 27.03.2015) stattgefunden hatte.

Absatz 3 – Seite 1+2  –  Sowohl bei der Erstuntersuchung als auch bei den nachfolgenden Untersuchungsterminen erfolgte eine eingehende Palpation des Abdomens durch den Antragsgegner. Dabei konnte er beider Katze stark gefüllte Darmschlingen ertasten, deren Inhalt weich, elastisch und verformbar war. Ein Kotabsatz war aus Sicht des Beklagten durchaus möglich.

Absatz 2 – Seite 2  –  Das Tier verfügte allerdings über eine nässende Dermatitis im Bereich der Anakosette. Grund war kotverschmiertes und verfilztes Fell im Analbereich der Katze.

Absatz 3 – Seite 2  –  Dieser Dermatitis waren aus Sicht des Antragsgegners auch die Schmerzäußerungen der Katze geschuldet.

Absatz 4 – Seite 2  –  Am 31.03.2015 hatte der Antragsgegner deshalb auch das Fell der Katze im Analbereich geschoren. Ferner wurde die nässende Dermatitis einer ausführlichen Wundtoilette unterzogen.

Absatz 5 – Seite 2  –  Bis zur letzten Behandlung durch den Antragsgegner am 02.04.2015 lagen keine erkennbaren Verschlechterungen des Zustandes der Katze vor. Ein Kotabsatz erschien dem Antragsgegner durchaus möglich.

Absatz 6 – Seite 2  –  Auch die Antragstellerin konnte im Übrigen nicht ausschließen, dass die Katze nicht doch selbständig Kot abgesetzt hatte. Die Antragstellerin hält mehrere Katzen, weshalb ihr eine entsprechende Kontrolle nicht möglich war. Der Antragsgegner hatte der Antragstellerin deshalb weiteres Abwarten angeraten. Ein weiterer Wiedervorstellungstermin der Katze war für den  04.04.2015    vereinbart. Zu diesem Termin sollten dann ggf. weitergehende diagnostische und therapeutische Maßnahmen erfolgen. Dieser Termin ist jedoch durch die Antragstellerin nicht wahrgenommen worden. Hätte die Antragstellerin diesen Termin, wie vereinbart, wahrgenommen, hätten sich die am Folgetag erfolgten Notfallmaßnahmen und dadurch entstehende höheren Kosten vermeiden lassen.

Absatz 7 – Seite 2  –  Bis zur letzten Behandlung am 02.04.2015 hatte der Antragsgegner auch aus Gründen der Kostenersparnis für die – wie sie mehrfach geäußert hatte — finanziell angespannte Antragstellerin Röntgenbilder nicht angefertigt, wobei aus einer solchen Röntgenaufnahme auch keine therapieentscheidenden Informationen zu erwarten waren.

Absatz 8 – Seite 2+3  –  Es ist letztlich richtig, dass aus Sicht des Antragsgegners auch bis zur letzten Behandlung am 02.04.2015           noch ein spontaner Kotabsatz möglich gewesen wäre und durch den Antragsgegner keine Abführmittel eingesetzt wurden. Ein Abführmittel hätte die Wahrscheinlichkeit einer Diarrhoe erhöht, was dann sicherlich zu einer weiteren Reizung der Haut im bereits geschädigten Analbereich geführt hätte.

Absatz 2 – Seite 3  – Die Behandlung der Katze durch den Antragsgegner war nach alledem sach- und fachgerecht.  

Absatz 3 – Seite 3  –  Gegenbeweislich: einzuholendes Sachverständigengutachten.

Absatz 4 – Seite 3  –  Im Übrigen wird der Anspruch auch der Höhe nach bestritten. Es handelt sich bei den späteren Behandlungskosten um reine Sowieso-Kosten, denn zum einen kann nicht gesagt werden, ob die Gabe eines Abführmittels einen spontanen Kotabsatz bei der Katze herbeigeführt hätte. Darüber hinaus war die Gabe eines Abführmittels, wie vorstehend ausgeführt, aufgrund der nässenden Dermatitis der Katze nicht indiziert.

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